Wie reinigt man Jalousien richtig?

Wie reinigt man Jalousien richtig? Tipps für saubere und gepflegte Lamellen

Jalousien schützen vor neugierigen Blicken und regulieren den Lichteinfall. Mit der Zeit sammeln sich jedoch Staub und andere Verschmutzungen auf den Lamellen. Für die Reinigung gilt eine einfache Grundregel: Zuerst losen Staub entfernen und anschließend – sofern das Material es erlaubt – feucht nachwischen. Entscheidend ist eine schonende Behandlung, die zur jeweiligen Jalousie passt.

Vor der Reinigung: Material und Pflegehinweise prüfen

Nicht jede Jalousie verträgt dieselbe Behandlung. Lackierte Metall- und Kunststoffoberflächen können häufig mit einem feuchten Tuch gereinigt werden. Bei Holzjalousien steht dagegen die trockene Reinigung im Vordergrund. Beachten Sie deshalb immer die Pflegeanleitung des Herstellers, bevor Sie Wasser oder Reinigungsmittel einsetzen.

Auch textile Lamellenvorhänge sind gesondert zu betrachten: Ob eine Handwäsche möglich ist, hängt vom jeweiligen Produkt ab. Eine Anleitung für Aluminiumjalousien lässt sich nicht einfach auf Stofflamellen übertragen.

Jalousien reinigen: Schritt für Schritt

1. Reinigungsutensilien bereitlegen

Für eine schonende Reinigung benötigen Sie je nach Material:

  • Einen weichen Staubwedel oder eine weiche Bürste.
  • Alternativ einen Staubsauger mit geeignetem Bürstenaufsatz und niedriger Saugleistung.
  • Ein weiches Tuch oder einen nicht scheuernden Schwamm.
  • Wasser und bei Bedarf einen vom Hersteller geeigneten, pH-neutralen Reiniger.
  • Ein weiches Tuch zum Nachwischen.

Scheuerschwämme, aggressive Reinigungsmittel und Lösungsmittel sind ungeeignet, da sie Oberflächen angreifen können.

2. Jalousie herunterlassen und Lamellen schließen

Lassen Sie die Jalousie vollständig herunter und drehen Sie die Lamellen in eine geschlossene Position. Entfernen Sie den Staub mit sanften Bewegungen von oben nach unten. Anschließend wenden Sie die Lamellen und reinigen die Rückseite auf dieselbe Weise.

Drücken Sie dabei nicht kräftig auf die Lamellen. Gerade dünne Elemente sollten vorsichtig behandelt werden.

3. Losen Staub gründlich entfernen

Vor einer feuchten Reinigung sollte der aufliegende Staub möglichst vollständig entfernt werden. Dafür eignen sich ein weicher Staubwedel, eine Bürste oder ein Staubsauger mit niedriger Saugleistung. Spezielle Jalousienreiniger können mehrere Lamellen gleichzeitig erfassen und die Arbeit erleichtern.

Vergessen Sie dabei die erreichbaren Zwischenräume nicht. Auch dort kann sich Schmutz ablagern, der bei einer oberflächlichen Reinigung zurückbleibt.

4. Geeignete Lamellen nebelfeucht abwischen

Wenn die Pflegehinweise es erlauben, wischen Sie die Lamellen anschließend mit einem nebelfeuchten Tuch ab. „Nebelfeucht“ bedeutet, dass das Tuch gut ausgewrungen ist und kein Wasser heruntertropft. Reinigen Sie beide Seiten und bearbeiten Sie verbleibende Verschmutzungen vorsichtig, ohne stark zu scheuern.

Für lackierte Metall- und Kunststoffoberflächen empfiehlt WAREMA ein feuchtes Tuch oder einen Schwamm. Elektrische Bauteile dürfen dabei nicht mit Wasser in Berührung kommen.

5. Lamellen trocknen lassen

Lassen Sie die gereinigten Lamellen trocknen oder wischen Sie mit einem weichen Tuch nach. Bei Außenjalousien können die Lamellen leicht schräg gestellt werden, damit Wasser besser abläuft.

Holzjalousien richtig reinigen

Holzjalousien sollten vorzugsweise trocken abgestaubt oder vorsichtig abgesaugt werden. Ein weiches Tuch und geringer Druck reichen für die regelmäßige Pflege meist aus. Eine stärkere Verschmutzung ist kein Grund, ohne Prüfung zu Wasser oder Haushaltsreinigern zu greifen.

Ob eine leicht feuchte Behandlung zulässig ist, richtet sich nach den Herstellerangaben. Auf eine Nassreinigung sollten Sie nicht pauschal zurückgreifen – das gilt auch für Bambus- und bestimmte Kunstholzjalousien.

Außenjalousien und Raffstores reinigen

Bei Außenjalousien beginnt die Reinigung ebenfalls mit dem Entfernen von losem Schmutz. Gut erreichbare Blenden, Führungsschienen und Lamellen werden zunächst mit einem weichen Handfeger oder vorsichtig mit einem Staubsauger gereinigt. Anschließend können geeignete Oberflächen feucht abgewischt werden. Arbeiten Sie dabei von oben nach unten.

Wichtig: Verwenden Sie keinen Hochdruckreiniger. WAREMA rät außerdem von Scheuerschwämmen sowie aggressiven Reinigungs- und Lösungsmitteln wie Alkohol oder Benzin ab. Elektrische Komponenten müssen vor Wasser geschützt bleiben.

Darf man Jalousien in der Badewanne reinigen?

Ein Wasserbad ist keine allgemeingültige Reinigungsmethode für Jalousien. Holz, Beschichtungen, elektrische Bauteile und weitere Bestandteile stellen unterschiedliche Anforderungen. Tauchen Sie eine komplette Anlage deshalb nur dann in Wasser, wenn der Hersteller dieses Verfahren ausdrücklich freigibt. Für die übliche Pflege sind trockenes Entstauben und eine materialabhängige Feuchtreinigung die vorsichtigere Ausgangsbasis.

Wie oft sollte man Jalousien reinigen?

Regelmäßiges Entstauben verhindert, dass die Reinigung unnötig aufwendig wird. Der Hersteller ANWIS empfiehlt für Holz- und Aluminiumjalousien beispielsweise einen wöchentlichen bis zweiwöchentlichen Rhythmus. Wie häufig tatsächlich gereinigt werden muss, hängt jedoch vom Standort und der Verschmutzung ab.

Für die gründlichere Reinigung sind die jeweiligen Pflegevorgaben maßgeblich. Einige Herstelleranleitungen sehen eine Reinigung mindestens einmal jährlich vor; sichtbar verschmutzte Anlagen können häufiger Pflege benötigen.

Häufige Fehler bei der Jalousienreinigung

Diese Fehler sollten Sie vermeiden:

  • Zu viel Druck: Lamellen vorsichtig abwischen, statt kräftig darüberzureiben.
  • Zu viel Wasser: Holzjalousien nicht wie Metalljalousien behandeln und elektrische Bauteile trocken halten.
  • Aggressive Mittel: Keine scheuernden oder lösungsmittelhaltigen Produkte verwenden.
  • Hochdruckreiniger: Für die Reinigung von Außenjalousien ungeeignet.
  • Einheitliche Behandlung aller Materialien: Pflegehinweise für die konkrete Anlage beachten.

Fazit: Mit der richtigen Reihenfolge zu sauberen Jalousien

Jalousien werden am besten zuerst trocken entstaubt und anschließend nur dann feucht gereinigt, wenn das Material und die Herstellerangaben es erlauben. Weiche Hilfsmittel, wenig Druck und ein kontrollierter Wassereinsatz stehen dabei im Mittelpunkt. So lassen sich viele Verschmutzungen entfernen, ohne die Lamellen unnötig zu belasten.

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